Sanfte Federung mit Luftkraft
Luftfederungssysteme ersetzen oder ergänzen mechanische Federn durch Luftdrücke. Dadurch lassen sich Lastunterschiede ausgleichen, Unebenheiten besser kompensieren und Fahrkomfort sowie Fahrzeughöhe gezielt steuern. Eine funktionierende Luftfederung trägt nicht nur zur Laufruhe bei, sondern reduziert Belastungen auf Fahrzeugstruktur und Aufbauten.
Präzision in Größe, Druck und Anschluss
Damit eine Luftfeder richtig arbeitet, müssen Volumen, Anschlussmaße und Druckwerte exakt zum System passen. Nur mit korrektem Anschluss und Fertigungstoleranz lassen sich konstante Federwirkung und stabile Höhenkontrolle über lange Zeiträume erreichen.

Worauf sollten Sie beim Kauf achten:
Die Luftfederung als Standard im Schwerlastverkehr
Im LKW- und Trailer-Bereich ist die Luftfederung (oft auch als Vollluftfederung bezeichnet) der De-facto-Standard und stellt eine wesentliche Technologie dar. Ihre Hauptaufgabe geht weit über den Fahrkomfort hinaus: Sie muss die Lastverteilung konstant halten und die Niveauregulierung präzise steuern, unabhängig davon, ob das Fahrzeug leer oder mit maximalem Gewicht unterwegs ist. Die Luftfederbälge müssen hierbei extremen statischen Lasten standhalten und sind daher aus hochbelastbarem Gummi-Gewebe-Material gefertigt, das den hohen Drücken (oft 8 bis 12 bar) dauerhaft standhält. Eine funktionierende Luftfederung schützt nicht nur die empfindliche Ladung, sondern auch die Fahrzeugstruktur selbst vor Überbeanspruchung.
Elektronische Präzision und Funktionsvielfalt (ECAS)
Die Steuerung der LKW-Luftfederung erfolgt heute fast ausschließlich über intelligente Systeme, bekannt als ECAS (Electronically Controlled Air Suspension). Diese Systeme nutzen Niveausensoren und elektronische Ventile, um die Fahrzeughöhe kontinuierlich anzupassen. Die präzise Elektronik ermöglicht essenzielle Funktionen, die über das einfache Fahren hinausgehen: Dazu zählen das Absenken des Chassis (Kneeling) für das Beladen an Rampen, die exakte Anpassung der Sattelkupplungshöhe beim Wechsel von Aufliegern sowie die Vermeidung von ungewollten Lastspitzen auf einzelne Achsen. Die Zuverlässigkeit dieser elektronischen und pneumatischen Komponenten ist entscheidend für die Betriebssicherheit und die Einhaltung der gesetzlichen Achslastgrenzen.
Dichtheit und Langlebigkeit als Wirtschaftsfaktor
Aufgrund der hohen Betriebsdrücke und der ständigen Bewegung ist die Dichtheit der Luftfederungsbauteile ein kritischer Faktor für die Wirtschaftlichkeit. Selbst kleine Leckagen an den Luftbälgen, Ventilen oder Anschlüssen führen zu einem ständigen Nachfüllen durch den Kompressor, was den Verschleiß des Luftpressers und den Kraftstoffverbrauch unnötig erhöht. Daher muss beim Austausch von Luftfedern und Niveauregelventilen unbedingt auf die Erstausrüsterqualität (OE-Qualität) geachtet werden. Nur so können die langen Wartungsintervalle der Nutzfahrzeuge eingehalten und die Funktion der Federung unter den harten Bedingungen des Langstreckenverkehrs, wie etwa bei extremen Temperaturwechseln und Verschmutzung, dauerhaft gesichert werden.

